Zentrum für Antisemitismusforschung an der TU Berlin stellt nach unten offene Bahnersskala vor

Paul Klee, “Zerbrochene Maske” (1934), Kohle und Aquarell auf Papier auf Karton, 16,7 × 20–20,3 cm (Zentrum Paul Klee, Bern)

Schüler-Springorum: „Endlich können wir genau messen, wie unberechtigt einzelne Antisemitismusvorwürfe sind.“

Die Leiterin des Zentrums für Antisemitismusforschung an der TU Berlin, Prof. Dr. Stefanie Schüler-Springorum, stellte am Dienstag eine am Institut entwickelte Innovation vor: Die nach unten offene Bahnersskala. Das Zentrum habe sich seit Jahrzehnten darum verdient gemacht, im Einzelnen nachzuweisen und der Öffentlichkeit zu erklären, was alles nicht antisemitisch sei. Der weit verbreiteten Überbewertung der vom Antisemitismus ausgehenden Gefahr habe dadurch erfolgreich entgegengewirkt werden können. Seit langem habe man aber nach einem methodologischen Ansatz gesucht, so Schüler-Springorum, „der es uns nicht nur erlaubt, festzustellen, dass die Mehrzahl der geäußerten Antisemitismusvorwürfe unbegründet ist, sondern mit dem wir auch genau quantifizieren können, wie unantisemitisch die fälschlich inkriminierten Sachverhalte sind“. Die Bahnersskala erlaube nun genau dies.

Für jede Äußerung oder Handlung, die die IHRA-Definition als antisemitisch bezeichnet, erhält deren Urheber einen Punkt auf der Bahnersskala.

In der gegenwärtigen Pilotphase sei die Bahnersskala an der sogenannten Antisemitismusdefinition der IHRA ausgerichtet. Für jede Äußerung oder Handlung, die die IHRA-Definition als antisemitisch bezeichne, erhalte deren Urheber einen Punkt auf der Bahnersskala. Je mehr derartige Sachverhalte man erfülle und je häufiger man es tue, desto mehr Punkte erhalte man auf der Skala. Damit sei eine verlässliche und statistisch robuste Grundlage für die Bahnersskala geschaffen worden. Allerdings würden im neuen Jahr mehrere neue Forschungsprojekte durchgeführt, um die gesamte geistes- und sozialwissenschaftliche Literatur und einen reichen Korpus an Primärquellen auf Sachverhalte hin zu durchsuchen, die in der Vergangenheit als antisemitisch bezeichnet, von der IHRA jedoch nicht explizit berücksichtigt worden seien, um auch diese zur Liste der unantisemitischen Sachverhalte hinzufügen zu können, die der Bahnersskala in ihrer endgültigen Form zugrunde liegen würde. Zu diesem Zweck seien bereits mehrere Promotionsstipendien ausgeschrieben worden.

Angesichts seines jüngst erst wieder bewiesenen großen Mutes im Kampf gegen den doppelzüngigen Fanatismus der denunziatorischen Israellobby habe man schließlich beschlossen, die Skala nach dem großen deutschen Journalisten Patrick Bahners zu benennen.

Während ihrer Entwicklung sei die Skala im Institut stets nur ganz prosaisch als „Warum-Antisemitismus-nicht-antisemitisch-ist-Skala“ bezeichnet worden. Angesichts seines jüngst erst wieder bewiesenen großen Mutes im Kampf gegen den doppelzüngigen Fanatismus der denunziatorischen Israellobby habe man aber schließlich beschlossen, die Skala nach dem großen deutschen Journalisten Patrick Bahners zu benennen. Kein deutscher Qualitätsjournalist habe seine Machtstellung im deutschen Feuilleton in den letzten Jahren so aufopferungsvoll genutzt, um den Kampf gegen unberechtigte Antisemitismusvorwürfe zu fördern. Im Übrigen erziele Bahners selbst auf der nach ihm benannten Skala außerordentlich beeindruckende Werte, was ihn gewiss freuen werde, so Schüler-Springorum.

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